Riesengaudi beim
Wimpfener Faschingsumzug
Von Heilbronner Stimme
Redakteur Thomas Dorn
Das hält“, ist Thomas
Lohmann kurz vor Beginn des Faschingsumzugs
überzeugt. Doch als Wetterfrosch taugt der Pressereferent der Wimpfener
Faschingsgesellschaft (WFG) leider nur bedingt. Zum Schluss werden
Akteure und Zuschauer am Sonntagnachmittag doch noch von kräftigem
Schneeregen erwischt. Aber ein echter Narr kann darüber nur lachen. Die
Stimmung bleibt gut unter den weit mehr als 10.000 Besuchern, die nach
Schätzung des Veranstalters die Straßen säumen.
Auch unten im Tal, am
Startpunkt, sind es dieses Mal deutlich mehr
als in früheren Jahren – eine Folge der Entscheidung, erstmals auch dort
eine Tribüne aufzubauen, von der aus das Geschehen kommentiert wird.
Und je weiter sich der Zug in Richtung Alte Kelter und Innenstadt
schlängelt, desto voller wird es. In mehreren Reihen drängeln sich die
Menschen am Straßenrand.
Spaß
Genau das gefällt Sonja
Rauschdorf. „Der Wimpfener Zug ist lang,
der Berg anstrengend, aber hier gibt’s eine Unmenge Leute. Das macht
einfach Spaß.“ Und deshalb ist die musikalische Leiterin des
Kuhbergechos, der Guggenmusik des Gundelsheimer Carnevalvereins, mit
ihrer Truppe auch wieder lautstark dabei – obwohl sie schon über 30
Auftritte hinter sich hat.
Silke Weber empfindet
ähnlich. „Diese Menschenmenge ist einfach
unglaublich. Da bist du stolz, wenn du dabei bist“, sagt das Mitglied
der Bad Friedrichshaller Gruppe „Die mit dem Volk tanzen“. Sie und ihre
rund 60 Mitstreiter mischen sich in der Tracht nordischer Lappen unter
die Narren. Für Peter Vittinghoff eine „Riesengaudi“.
Ausnahme
Etwa 3.500 Aktive in 126
Gruppen bilden den etwa zwei Kilometer
langen Zug. Die Morschbachdeifel mit ihren blutrot geschminkten
Gesichtern geben gleich mächtig Gas. Sie und die rund 20 anderen
Blaskapellen sind es, die vor allem für Stimmung sorgen. „Es ist so
schön, ein Narr zu sein“: Den Mottowagen der WFG zieren die Konterfeis
von Philipp Rösler, Christian Wulff und Angela Merkel. Dieses politische
Statement ist aber die Ausnahme. Die meisten Festwagen dienen als
Vehikel für Elferräte und Prinzenpaare. Die zeigen sich allesamt
freigiebig: Bonbons und Milchdrinks fliegen durch die Luft, Popcorn und
Plüschtiere, auch Päckchen mit Soßenbinder und Grießbrei. „Mehr Wagen,
mehr Bonbons“, konstatiert Tatjana Monteleone. Vielerorts werde
inzwischen gespart. Nicht in Wimpfen. Den zeitgleichen Umzug in ihrer
Heimatgemeinde hat die Murrerin sausen lassen: „Hier ist es lustiger.
Die Leute sind besser drauf.“
Kostüme
Die Lucky Ladies aus
Neuenstadt gehen als Eichhörnchen, die
Staufer-Handballer als schwarz-gelb gestreifte Bienen („Wir stechen
jeden Gegner aus“). Zu den schönsten Kostümen zählen die Schmetterlinge
der Wimpfener „Fantastica“, zu den schaurigsten Masken die der
Deufringer Berghexen. Die Glamourgirls aus Gundelsheim sind in ihren
dicken Fellmänteln am zweckmäßigsten gekleidet.
„Wir wollen euch tanzen
sehen“: Einige Garden folgen der
Aufforderung des Publikums. Auch die Cheerleader Salt Crystals aus
Heilbronn legen eine Choreografie auf die Straße. Das gibt
Sonderbeifall.
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Zusätzlich zu den Bildern von Stimme.de wurden auch in diesem Jahr wieder "hunderte" toller Schnappschüsse von "Bildtechnik Brändle" aus Abstatt zur Verfügung gestellt. An dieser Stelle wieder 1000 Dank an Herrn Brändle für seine Mühe.
Die Bilder sind in unserer
Media-Galerie unter Umzüge -> Umzug 2012 zu finden.
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