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Jul
27
2007
1957-2007 - 50 Jahre WFG Drucken
Wimpfener Faschingsgesellschaft e.V. 1957 Bad Wimpfen

Die alte Staufische Kaiser- und Freie Reichsstadt Bad Wimpfen war schon vor langer Zeit eine Insel der Narrenseligkeit. Im weiten Umkreis des Unterlandes ist keine Stadt bekannt, in der schon so früh die Bürger zur Fastnacht vergleichbare Aktivitäten entwickelten. Die Bürger der Stadt Bad Wimpfen verstanden es, von der in der Fastnacht tolerierten Narrenfreiheit ausgiebig Gebrauch zu machen. Die Kostüm- und Maskenbälle, einst beliebte Belustigungen des Adels, wurden immer mehr vom gehobenen Bürgertum und auch von den Normalbürgern nachgeahmt. Eine herausragende Rolle spielt dabei seit 1832 das Kurhotel „Mathildenbad" mit berühmten Fastnachtsveranstaltungen, die in Ausstattung und Qualität ein überregional bevorzugtes gesellschaftliches Ereignis waren.

Aber auch die anderen Hotels und Gaststätten trugen mit Bällen und Kappenabenden sehr zur allgemeinen Fastnachtsstimmung bei. Dies war wohl der Nährboden für die Belebung der Straßenfastnacht und die Veranstaltung von ersten Umzügen stattfanden. Den ersten Nachweis liefert ein Bericht in der„Wimpfener Zeitung" von 1882, der auch auf Wimpfener Umzüge in früheren Jahren hindeutet. Damit lässt sich der Beginn der Wimpfener Fastnachtsumzüge auf etwa 1875 datieren. Zahlreiche Belege (Zeitungsinserate, Fotos) lassen für die Jahre ab 1908 und 1909 eine sachgerechte Organisation der Umzüge erkennen, mit insgesamt positiven Auswirkungen. Mit dem Beginn des l. Weltkrieges 1914 erloschen alle Fastnachtsvergnügungen Lockerungen gab es für öffentliche Bälle und Maskenfeste ab 1925, jedoch nicht für „närrisches Treiben auf Straßen und Plätzen". Erste Umzüge nach dem Krieg wurden für die preußische Rheinprovinz (Köln) 1927 genehmigt. Auch in Bad Wimpfen gab es einen bescheidenen Anfang mit einem Wagen „Zeppelin LZ 27" und Fußgruppen. Dies obwohl die hessische Regierung erst 1929 wieder solche Veranstaltungen zuließ.. In der Regionalpresse wurde am 12.2.1938 unter der Schlagzeile „Fasching nach 30 Jahren" der Umzug groß angekündigt, wobei man auf den Umzug von 1908 abhob.

urkunde_wfg_mitglied_im_lwk_von_1958.jpgDer Zustrom von Zuschauern aus den umliegenden Gemeinden war groß, doch von der richtigen Fastnachtsstimmung der Wimpfener ließen sich die Zuschauer nur begrenzt anstecken. Der 2. Weltkrieg unterbrach das närrische Geschehen. Erst um die Jahreswende 1951/52 kam vom Verein für Handel, Gewerbe und Industrie, darunter auch Wirte, in Erinnerung an die erfolgreichen Fastnachtsveranstaltungen vor dem Krieg die Anregung, wieder Umzüge zu organisieren. Für 1952 war die Vorbereitungszeit sehr kurz, dennoch erklärten sich einige junge Fastnachtsbegeisterte bereit, die Sache in die Hand zu nehmen. Mit einer beispielhaften Anstrengung und mit Unterstützung von Förderern und Bürgermeister Dauner kam der erste Faschingsumzug nach dem Krieg am 24. Februar 1952 zustande der Erfolg war groß. Ein Prinzenpaar gab es noch nicht, dafür fungierte Bürgermeister Dauner, getreu einem anderen Wimpfener Spottnamen, als „Oberdobel" und ließ sich in einer Kutsche vom Narrenvolk bejubeln. Nach personellen Veränderungen formierte sich übergangsweise der „Club Wimpfener Carnevalisten", aus dem als Neugründung am 11.11.1957 die „Wimpfener Faschingsgesellschaft " entstand. Die WFG als rechtsfähige Institution der traditionsreichen Wimpfener Fastnacht (Fassenacht) war geboren. Entsprechend folgte die Mitgliedschaft beim Landesverband Württembergischer Karnevalsvereine und beim Bund Deutscher Karneval. Erstmals 1958 entschloss sich die WFG, eigene Prunk- und Fremdensitzungen zu veranstalten,. Es waren bescheidene aber hoffungsvolle Anfange und die Sitzungen hatten sich als feste Größe des Fastnachtsgeschehens schnell etabliert. Ihrem Grundsatz „Fastnacht mit Niveau und eigenen Kräften" ist die WFG bis heute treu geblieben. Zunächst war es möglich, für jährlich 2 Fremdensitzungen Besucher zu gewinnen. Der besondere Rahmen des Mathildenbades trug dazu bei, mit diesen Veranstaltungen einem gesellschaftlichen Anspruch gerecht zu werden. Es gelang der WFG diese extravagante Atmosphäre auch nach dem Lokalwechsel in die „Alte Kelter" weiterhin zu pflegen. In der Zwischenzeit übersiedelte die WFG mit ihren Veranstaltungen in den Kursaal des Gesundheitszentrums, dessen moderne Gestaltung den Prunk- und Fremdensitzungen zusätzlich Eleganz verleiht. Ab 1970 verstärkt der Anteil an Showelementen. In Anlehnung an internationale Revuetheater verstehen es die Verantwortlichen mit ihrer unerschöpflichen Kreativität ausgefallene Effekte auf die Bühne zu zaubern.

Das Geschehen und die Organisation des traditionellen Fastnachtsumzuges nahm immer größere Formen an. So entschloss sich das Komitee der WFG, einen separaten Faschings-Umzugsverein e.V. zu gründen und ihm für diesen Bereich die gesamte Verantwortung für die Durchführung und Gestaltung des größten Fastnachtsumzuges im Unterland eigenständig zu übertragen.

Ein außergewöhnliches Erlebnis für die Aktiven der WFG war die Teilnahme an der Steubenparade in New York 1993, ausgestattet mit attraktiven karnevalistischen Kostümen und Monturen. Die Eindrücke und Begegnungen haben die Programmgestaltung für die nächste Kampagne mit neuen Ideen bereichert. Rückschauend ergeben sich einige Zahlen, die für sich sprechen:

Seit 1953 wurden 50 Prinzenpaare inthronisiert. 75 Aktive erfüllen seit 1957 die satzungsmäßige Verpflichtung, fastnachtliches Brauchtum in Bad Wimpfen zu pflegen und weiter zu entwickeln. 57 Fastnachtsumzüge wurden seit Anbeginn veranstaltet. Seit 50 Jahren werden Prunk- und Fremdensitzungen veranstaltet. Seit 40 Jahren existiert der Ehrensenat der WFG, in dem renommierte Persönlichkeiten gesellschaftlichen Umgang pflegen und sich als Förderer verdient machen. Seit 1958 vollzieht die WFG die Verbrennung des „Fassebutzens" als Sinnbild der Wimpfener Fastnacht am Abend des Aschermittwoch auf dem Marktplatz. Das erste Beispiel dieser Art im Unterland.

Vom Bund Deutscher Karneval wurden seit Gründung der WFG 25 silberne und 14 goldene Bundesorden und 7 goldene Bundesorden mit Brillianten an Aktive der Gesellschaft verliehen. Die WFG kann heute mit Stolz auf ihre Pionierleistungen in der Vergangenheit zurückbücken, die sicher auch für manche Fastnachtsgruppierung in der Umgebung anregend und beispielhaft gewirkt haben. Stolz auch auf das Erreichte, dessen Qualität durch die
Resonanz bei den Freunden der Fastnacht und allgemein in der Öffentlichkeit bestätigt wird.

(Stand 28. November 2007)

 
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